Shin / Geist

Ein ganz zentraler Schwerpunkt dieses Systems aber ist (neben seiner Technikvielfalt und Offenheit gegenüber anderen Budodisziplinen) vor allem sein "geistiger" Anspruch. Das Verständnis vom rechten Betreiben des Kara-Te als Do, als einen körperlich-geistigen Schulungsweg des ganzen Menschen hebt diese Kampf-KUNST über Kampf-Sport weit hinaus.

Der Wettkampf und die Bewertung rein äußerlicher Leistungskriterien (Gürtel, Titel, Pokale usw.) werden als "Verwestlichung" und Pervertierung des originären Karate-Do im Sinne eines (Lebens-)Weges betrachtet. Die wahre Kunst des Karate-Do ist nicht einen Gegner, sondern sich selbst zu besiegen.

Daher beruht im Shoto-Kempo-Ryu Karatedo die Bewertung des individuellen Erfolges auf der Betonung innerer Werte, die sich aus der intensiven Karate-Do-Praxis ergeben. Denn der Weg ist an sich schon das Ziel. Die Auseinandersetzung selbst, die Entwicklung, Reifung und das persönliche Wachstum begründen die eigentlichen Fortschritte im Karate-Do.

Dieses traditionelle Verständnis von Karate-Do, die Übungen und die Arbeit an ihnen als einen körperlich-geistigen Prozess zu begreifen, entspricht den ursprünglichen Anschauungen der Begründer der frühen asiatischen Kampfkünste. Diese konzipierten ihren Körper- und Bewegungsmethoden auf der Grundlage der Philosophien des Yoga, der Yin-Yang-Theorie, des Konfuzianismus, des Taoismus und des Buddhismus. Diese Philosophien und Lebensideologien begründeten und beeinflussen auch heute das Wesen der traditionell betriebenen Kampfkünste sehr nachhaltig. Das japanische Budo und chinesisch-okinawa-japanische, also ursprüngliche Karate-Do wurde und wird dabei besonders durch den Zen-Buddhismus geprägt, der - vom legendären "Vater" des Shaolin- bzw. Shorinji-Boxens - Bodhidarma (chin: Ta Mo, jap: Daruma) entwickelt wurde.

Shoto-Kempo-Ryu Karatedo ist eine diese geistigen Prinzipien entscheidend und als wesentlich berücksichtigende Kampf- und Lebens-Kunst.

Das ursprüngliche Wesen des Budo bewahrende Übungen werden durchaus auch mittels "moderner" Methoden praktiziert, z.B. durch den Einsatz von rhythmischer oder meditativer Musik (auch "selbstgemachter" Percussion) oder in der Verbindung mit westlichen Entspannungsverfahren.

Die "geistigen" Spezialitäten des Shoto-Kempo-Ryu finden ihren offensichtlichen Niederschlag in einer strengen und an der traditionellen BUDO-Weg-Lehre (Shu-Ha-Ri, Uchi-Deshi/Soto-Deshi usw.) festgemachten Budo-Etikette und Budo-Ethik (Wertschätzungs-Übungen), der intensiven Meditationspraxis (Za-Zen), Selbsterfahrungs-Übungen der "Inneren Kampfkunst" (Shambhala) und den Lehrgesprächen (Mondo), vor allem aber im gemeinsamen Geist der Übenden und des Übens im Dojo sowie der persönlichen Lehrer-Schüler-Beziehung ("Von-Herz-Zu-Herz" / Ishin-Denshin).

Shoto-Kempo-Ryu Karatedo als Weg zum Friedvollen Krieger eine Kampf-KUNST - kein Kampf-SPORT, ist eher "Erkenntnisboxen" als etwa Kickboxen, ist ganzheitliche Selbstschulung und nicht nur reine Selbstverteidigung. . .

Oberhaupt bzw. oberster Lehrmeister (Sôke) ist Doshin ("Weg-Herz") Dr. phil. J.-M. Wolters Sensei, Karatedo Hanshi, "Intensiv-Karateka" seit 1978, Mitglied führender nationalen und renommiertester internationaler Budo- und Karate-Organisationen, Begründer der AIDOKAN-UNION FRIEDVOLLER KRIEGER (PEACEFUL WARRIOR MARTIAL ARTISTS UNION).