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Karate find ich ja gut, aber was ich gar nicht abkann ist.....


....Kumite

Karate ist Kampf. Die "Kunst des Kämpfens". Wie, wenn nicht durch Praxis, soll sich die Kunst des Kämpfens entwickeln ?

Kumite/Randori ist das zentrale Übungsfeld des/der Karateka. In ihm spielen sich alle Probleme des Budo ab, genauso wie alle Fähigkeiten des/der Karateka hierin aufscheinen und sichtbar werden; Probleme und Kompetenzen technischer (a) wie geistiger, also psycho-emotionaler, mentaler (b) Art:

a) Gelungene Abwehr- und Kontertechniken, flüssige Kombinationen, Aktion und Re-aktion, die Freiheit der Bewegung im Austausch (Frage & Antwort) mit dem Partner, spontane und passende Techniken, Täuschungsmanöver, hart-weich, kurz: die ganze Bandbreite des körperlich-technischen Know-Hows der KAMPF(!)-Kunst.

b) Auch: Siegen-Wollen oder Nicht-Verlieren-Können, Wut, Angst und Scham, Überheblichkeit und Selbstzweifel, Auseinandersetzung mit Sieg und Niederlage, mit "Besseren" und "Schlechteren", mit Schmerzen und Verletzungsrisiko.

DAS ist Kampf. Im Kumite/Randori bewährt sich das Gekonnte oder nicht, stellen sich körperliche (technische) und geistige Aufgaben, gibt es Erfolg, Lösungen und Misserfolg, gar Versagen. Kumite/Randori ist die Lupe, das Brennglas für das ganze äussere und innere Geschehen im Karate, wichtigstes Lernfeld quasi.

Fortgeschrittenne Karateka sollten das Phänomen Kampf bestens kennen, wenn Sie "Meister" einer "KAMPF"(!)-Kunst sein oder werden wollen. Fortgeschrittene Karateka sind Experten für das Prinzip des Kämpfens, für Gewalt, Aggression und Angst. Experten für die Entstehung von Konflikten - und deren Vermeidung natürlich.

Schmerzen mögen vorkommen und dürfen niemanden Fortgeschrittenen mehr "erschüttern". Schmerz darf nicht abhalten, durch den Kampf hindurch zu gehen, (genauso wenig übrigens wie beim Zazen), sondern muß überwunden werden. Es ist eine Frage der Haltung. Schmerz ist der Feind des unerschütterlichen Geistes, ist die Waffe des eigenen Körpers gegen die Herrschaft des Geistes. Aber wer ist Herr im Hause ? Dein Körper - oder Dein Geist ? Dienen nicht alle Übungen des Budo dazu, den Geist, d.h. seine Herrschaft über über das kleingeistig-leidende Ich zu entwickeln ? Wer sich vor körperlichem Schmerz fürchtet, wird sich dem psychischen niemals zu stellen in der Lage sein.

....Kata

Karate ist Kata. Form "beseelt", mit Leben gefüllt.

Kata schult, sich innerhalb fester Formen (Grenzen) zu bewegen, Spielräume (Interpretationen) zu nutzen. Kata ist die Vorstufe des Kampfes, weil flüssige Bewegungen erforderlich sind, nicht frei natürlich, nicht spontan, aber der festgelegte (Ver-)Lauf erzählt die Geschichte des Karatedo. Er macht Sinn, wenn man in der Lage ist, ihn zu erkennen und auszudrückhen. Dieser Sinn muß empfunden und mitgeteilt werden, damit die Kata ästhetisch, ein Kunstwerk wird.

Nur wenn wir Kata verstehen als eine wesentliche Säule des Karate, des Weges innerer Auseinandersetzung und der "Freiheit in der Form" werden wir über die Praxis reiner Technikschulung hinaus Kata ausführen und begreifen, was Kampf-KUNST(!) ist.

....Kihon

Karate ist Technik, Technik die Grundlage des Karate.

Techniken erlernt man nur über ihre ständige Wiederholung. Das ganze Geheimnis, von der Grobform zur Feinform zu gelangen, ist allein die Übung. Durch Übung entsteht Automatismus, Garant für spontanes Gelingen.

Das Wiederholen des vermeintlich Gekonnten erst macht echtes Können möglich, nicht das Glauben daran. Ohne Kihon gibt es kein Budo, kein Karate, denn die Technik und das Streben nach ihrer Perfektionierung ist unser "HAND"-Werk ("te"), die Basis allen Bemühens um Fortschritt. Wären die Techniken leicht, gäbe es gar keinen Weg, und es müßten schwierige Techniken erfunden werden, um wieder neue Lernaufgaben zu entwickeln, an denen man arbeitet. Darum ist die Perfektion Fiktion -- und Budo so perfekt....

Ossu

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