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Karate gegen Gewalt ? Das glaube ich nicht ! Das ist doch Quatsch !

Doch: Klassisches Karatedo kann wirklich zu einem entscheidenden Abbau der Aggressivität und Gewaltbereitschaft führen.

"Kann", weil es darauf ankommt, Karatedo als Kampf-KUNST zu unterrichten. Nicht jedes Karatetraining, erst recht nicht wettkampforientiertes, ist geeignet, prosoziale Einstellungen und Verhaltensweisen zu vermitteln - traditionelles, am Budo-Wesen orientiertes Karatedo aber sehr wohl. Natürlich kommt es auf die Qualität der Lehre, d.h. des budopädagogischen Lehrkonzeptes und des Lehrers/ der Lehrerin an sowie auf die Dauer und Nachhaltigkeit der Maßnahme, wenn man die Kampfkunst als ein pädagogisches oder gar therapeutisches Instrument der Persönlichkeitsbildung einsetzen will. Aber es funktioniert.

Selbst bei hochgradig aggressiven Gewaltstraftätern wurde traditionelles Karatedo (Shoto-Kempo) über Jahre erfolgreich als Anti-Aggressivitäts-Training eingesetzt. Das Aggressivitätsniveau der Teilnehmer sank drastisch, wie zahlreiche Vorher-Nachher-Untersuchungen belegen:

Die Effektivität des Ansatzes "Kampfkunst als Anti-Gewalt-Therapie" ist seit über einem Jahrzehnt wissenschaftlich erforscht und wurde wiederholt empirisch bewiesen, der Erkenntnisstand in zahlreichen Fach-Publikationen (www.budopaedagogik.de) der Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Ein Wort noch zur Frage, es zu "glauben" oder nicht: Gegen diese Tatsachen seine eigene Privatmeinung ins Feld zu führen, wie es immer wieder manche Laien leider auch in ihren ziemlich dilletantischen Kampfsport-Foren / -Boards zuweilen tun, ist wie das Leugnen der Erdanziehungskraft, des Magnetismus oder beispielsweise auch nur des aktuellen Wetters, nur weil man nicht weiß, wie das eigentlich zustande kommt. Glauben (oder eben Nicht-glauben) ist nun mal nicht Wissen - und eine noch so eingefleischte Meinung über die Realität vermag sie trotzdem nicht zu ändern. Aber das Leugnen von Wahrheiten ist schon immer das Werkzeug der Dummen...

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