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Was ist mit "Selbstverteidigung"?

Kampf-Kunst ist weder Sport noch Selbstverteidigung (SV). Jeder mag praktizieren, was er will. Ich halte von bloßer SV nicht viel:

Es gibt Systeme, in denen man binnen Kurzem Türsteher- und Rausschmeißerqualitäten entwickeln kann. Dort ist es möglich, in kurzer Zeit zu lernen, sich mit einfachen Strategien und wenigen Techniken effektiv zu "verteidigen" (besser gesagt: ganz offensiv anzugreifen) und die dafür nötige Aggressivität anzutrainieren. Okay, diese Art der Kampf-"Kunst" ist auf ihrem Gebiet sicher äußerst erfolgreich.

Unseriös hingegen sind kommerzielle SV-Kurse, in denen man in wenigen Wochen oder gar Tagen zum guten Kämpfer / zur guten Kämpferin ausgebildet werden soll. Diese Crashkurse sind gefährlich, weil sie suggerieren, man wäre anschließend sicher und könne Irgendwas. Das ist falsch, denn alle Reaktionen und Kampftechniken, die in einer Notsituation funktionieren sollen, müssen spontan und automatisch, d.h. routiniert erfolgen. Im Ernstfall aber wird man emotional besonders aufgeregt oder gar panisch sein und alles, was man irgendwann ein paar mal in einem Kurs "geübt" hat, ist vergessen, halbherzig und ungekonnt. Jede SV, die klappen soll, muss kontinuierlich trainiert werden, und zwar im technischen wie psychisch-mentalen Bereich. Die Fähigkeit zur SV wächst also auch nur mit andauerndem Üben.

Wir betreiben Kampfkunst. Unser Thema ist nicht, dass wir uns bedroht fühlen und meinen, zuallererst verteidigen zu müssen....

JMW

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