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Frage & Antwort zur Lehrer/Schüler-Beziehung (Fortschritt)

F:<Deine Aussagen über Lehrer/Schüler-Beziehung fand ich gleichermassen interessant, offen, ehrlich und erschreckend.>

A: Naja, meine Zunge war sicher einwenig zu locker - aber ich denke schon, daß die Frage "Leher/Schüler-Beziehung" sowieso recht kompliziert ist. Und am besten ist eine L/S-B ohnehin, wenn sie als solche selbst "gleichermassen interessant, offen, ehrlich und erschreckend" ist...

F:<Ich meine damit, die "praktisch sinnlosen Fortschritte" eines Schülers, die eigentlich keine sind.>

A: "Sinnlose" Fortschritte gibts natürlich nicht - höchstens falsch interpretierte. Diese falschen Interpreationen zu revidieren / korrigieren, ist Aufgabe des Lehrers. Dies ist dann stets eine Enttäuschung, aber Budo ist eh zunehmende Desillusionierung, oder ? Ist nicht auch Budo (wie Zen überhaupt) das Aufgeben fester Denkmuster und Verhaltensweisen des "kleinen ICH" ? Geht es nicht sowieso darum, alles Glauben oder Meinen-Zu-Wissen, immer wieder zu hinterfragen ? Die Frage des "Sinns" von Fortschritt ist dieselbe wie die nach dem höheren Wert von Weg oder Ziel... <

F:<Gibt es durch die Schülerbrille überhaupt einen Fortschritt ?>

A: Wer, wenn nicht zuerst der Schüler selber sollte von eigenen Fortschritten profitieren ? Ob und was sich (positiv) verändert hat, weiß der Schüler doch sicher auch, sonst fehlte ja jede Motivation. Aber:

Fortschritt allein ist noch gar nichts - denn einen (Fort-)Schritt vor den anderen zu setzen, ist nun mal der ganz normale, ja banale Prozess des Gehens (eben auf einem Weg voranschreiten). Und seiner selbst willen ist ein Fortschritt, wenn er nicht den nächsten vorbereitet / ermöglicht, quasi wertlos. Fortschritt allein ist eben nicht irgendein Selbstzweck / Ziel, sondern immer "nur" vorübergehende Notwendigkeit für eine Bewegung / Weiterentwicklung, die im Budo eben nie endet...

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