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Warum konkurrieren so viele Stile und Lehrer miteinander ?

Konkurrenz unter Systemen und Schulen ist überhaupt nicht nötig (wofür unsere andauernde Kooperation mit unterschiedlichsten Stilen, Lehrern und allen großen Verbänden ja spricht). Sie wird immer getragen von einzelnen Personen, von Menschen, die Anderes fürchten, weil es besser sein könnte als das, was sie selber leisten (und sich mühevoll aufgebaut haben, wie wir weiter unten sehen werden). Denn:

Neid und Missgunst sind Kinder dieser Angst. Die Angst, versagt zu haben oder zu versagen, Angst, nicht genug Geltung zu erlangen, "zu kurz zu kommen", ist die innere, unbewußte Triebfeder. Oft sind die engagiertesten Streithähne in der Kampfsport-Szene in Wahrheit ganz labile, psychisch auffällige Persönlichkeiten, die auf der einen Seite ihre Intrigen spinnen und auf der anderen sich selbst in einer künstlich erhöhten Scheinwelt zum König (Budo-Meister, -Lehrer, -"Papst", -"Gott") krönen - wohl ohne zu merken, wie brüchig ihr ganzes Glashaus aus Niedertracht und Eitelkeit ist.

Unfähig, diesem Teufelskreis von Fremd- und Selbsttäuschung zu entfliehen, wird zur Kompensation dieser uneingestandenen Minderwertigkeitskomplexe ein (meist erfolgloses) Projekt nach dem anderen aufgezogen, um das Rad der Koketterie am Laufen zu halten. Es ist einfacher, sich auserkorenen äusseren Feindbildern zu widmen und fremden Gegnern zu stellen, als sich selbstÂ…

Aus diesem Grunde sollte man Budo tatsächlich nur als Weg zur ernsthaften Arbeit mit und an sich selbst, zur Selbsterfahrung und menschlichen wie spirituellen Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit praktizieren - und nicht für kleingeistige Ego-Trips missbrauchen. Darin liegt dieselbe Gefahr wie im Missbrauch der Techniken zur Ausübung von Gewalt.

Budo ist ein zweischneidiges Schwert. Aus diesem Grunde wird die Essenz des Budo immer nur an ausgesuchte Schüler (Uchi-Deshi) durch intensive Charakterschulung im Kontext echter Beziehungen zwischen Meister und Schüler (Ichin-Denshin) weitergegeben, die dann - so sie am Ende ihrerseits (durch Kaiden, Menkyo Kaiden) als autorisierte Lehrer auch offiziell zur Weitergabe ermächtigt wurden - diese Fallstricke durchschaut haben und derartig dumme Scheingefechte nicht führen. Kampfkunst kann Weg zur Erziehung und Selbsterziehung (ja Therapie) werden, aber auch zur Flucht vor sich selbst und Verstrickung in Lug und Selbstbetrug.

Auf die Lehrer - die Menschen - kommt es an !

jmw

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