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DKV - warum keine gegenseitige Anerkennung und Zusammenarbeit ?

Der DKV ist nur ein Verband für reines Sport-Karate. Deshalb ist er auch derjenige unter dem Dach des Deutschen Sportbundes. Aber Olympia, Wettkampfsport-, Leistungssport- und auch nur Breitensportkarate oder gar Kurse in Fitnessstudios sind unsere Dinge nicht.

Wir betreiben Karate nicht als modernen Kampfsport, sondern traditionelle Kampf-Kunst, Karate-Do !

Derartiges originäres, "klassisches" Karate-Do samt seiner Philosophie wird aber nun mal nur in authentisch-japanischen Schulen, eigenen, meist autonomen Dojos und stets unter individueller Anleitung persönlicher Lehrmeister betrieben - nicht auf Massenlehrgängen in großen Turnhallen unter irgendwelchen beauftragten Techniktrainern oder Verbandsfunktionären. Ein "Präsident" oder "Sportdirektor", "Technik-Beauftragter", "Lehrwart" oder "Kampfrichterreferent" ist etwas völlig anderes als ein Sensei im Sinne des Karatedo. …

Ausserdem vertreten wir eine ganz eigene und völlig autonome Stilrichtung, die "frei" in der Lehre und ohne fachfremden, rein politischen Vormund, also verbandsunabhängig sein und bleiben will - und muss.

Eine "Anerkennung" des DKV als eben eine von vielen Sportkarate-Organisationen ist für uns gar kein Problem; die Frage stellt sich uns nur nicht. Wir tolerieren alle Stile und Auffassungen, Vereine und Verbände, auch - oder gerade weil - wir etwas ganz anderes machen. Wir haben überhaupt nichts miteinander zu tun.

Umgekehrt "anerkennt" der DKV als eine ja zwangsweise weniger am Inhalt und Wesen des Karatedo und Budo als an Mitgliederzahlen und (sport-)politischem Einfluß interessierte und professionell-kommerziell tätige Einrichtung nur ihre eigenen, unter ihrem Dach organisierte Stile, Vereine, Mitglieder, Grade und Lizenzen. Die "Anerkennung" oder nicht sagt überhaupt nichts über Qualität oder auch nur Inhalte aus, sondern allein etwas über verbandseigene Regularien und Formalitäten. Wer Mitglied ist, ist offiziell "anerkannt", wer nicht, natürlich nicht.

Manchmal kokettieren Organisationen mit ihrem angeblichen einzigartigen Status und behaupten, dass nur sie allein legitimiert seien, "anerkannte" Grade oder Titel zu vergeben, aber das ist reiner Unsinn. Jeder Verband hat nur für seine Mitglieder eine Autorität. Und dies auch nur formal, nicht etwa fachlich, inhaltlich.

Wenn der DKV alle nicht bei ihm erworbenen Grade und Titel als (wie gesagt, von ihm) "nicht anerkannt" etikettiert und im gleichen Atemzug bei der Konkurrenz erworbene als fraglich, unbedeutend oder gar unseriös darzustellen versucht, sind mit derartiger Selbstherrlichkeit und unrechtsmäßigen Diskreditierung aller Nicht-DKV-ler wahrlich jeder Anstand und die guten Sitten und Gepflogenheiten verletzt. Überhaupt wird gern die Graduierung als solche und ihr eigentlicher Wert für die eigene Entwicklung überschätzt, in Verbänden besonders zum Gegenstand rivalisierenden Wettbewerbs (wer "besser "sei) und Bekämpfung politischer Gegner durch Herabsetzung dessen Leistungen. Für so etwas und andere dem Wesen der Kampfkunst fremde Äusserlichkeiten (Titel, Pokale) interessieren sich Verbände, ihre Vorständler und Funktionäre - nicht der Weg-Schüler.

Sicher, es gibt natürlich besonders große oder besonders alte und renommierte Verbände, deren Grade vielleicht ein höheres Ansehen genießen, aber auch ihr Einfluß reicht ausschließlich auf ihre Mitglieder oder die Partnerorganisationen. Manchmal kann die Mitgliedschaft in einem solchen "ehrwürdigen" Weltverband, in dem große japanische oder chinesische Lehrer unterrichten, das Image heben, manchmal vielleicht auch den eigenen Fortschritt beflügeln.

Entscheidend aber ist immer das "intime", enge, auf einer echten Beziehung zwischen Schüler und Lehrer basierende Lernen bei einem persönlichen Meister (Ishin-Denshin = Unterweisung von Herz zu Herz), in einer nicht zu großen, privaten Gruppe Gleichgesinnter im eigenen Dojo, damit Karate zum Weg (Do) werden kann. Das Wesen der Kampf-Kunst entfaltet sich nicht im technischen "Training", sondern im rechten Geist der Übung.

Und wo sollte man auch mit dem DKV kooperieren, wenn es keine Verbindung, nicht mal einen Anknüpfungspunkt gibt ? Der DKV als solches kann uns nichts von Wert für uns geben; vielleicht einige der individuellen Menschen, Persönlichkeiten, die zufällig oder nebenbei darin organisiert sind, aber nicht weil sie es sind. Nette, interessante, intelligente und bereichernde Personen und auch "gute Karateka", von denen man lernen könnte, kann es ja überall geben (wenn auch Letzteres, also die Frage des "guten" Karateka, sehr speziell, verschieden und immer relativ ist…).

Gelegentliche Zusammenarbeit hat es hier und da gegeben, wenn unser Lehrmeister Dr. Wolters für den DKV ("neutral" und wie für andere Verbände auch) tätig gewesen ist als Referent oder Autor zu Fragen der traditionellen Karatedo-Theorie und -Praxis, zur Pädagogik und Budopädagogik oder Gewaltprävention - aber immer nur in die eine Richtung, in der nämlich der DKV Auftraggeber oder Produktabnehmer, eben Konsument unseres Wissens war. Aber eine solche ein-seitige Dienstleistung ist keine partnerschaftliche Zusammenarbeit zugunsten beider Seiten, auch nicht für jeden gleichermassen gewinnbringend und somit am Ende doch nur unbefriedigend.

Bei dieser so verschiedenen Ausgangs- und Interessenlage kann es keine Verbindung, nicht mal Berührung geben - und sie wäre auch gar nicht sinnvoll. Gegenseitige Toleranz aber sollte unter zivilisierten Weltbürgern und ihren unterschiedlichen Formen, sich und Ihr Leben zu organisieren, gepflegt werden. Jedem das Seine….

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