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Übernehmen Sie die Graduierungen anderer Verbände?

Mit der Übernahme bzw. "Anerkennung" von Graduierungen, die in anderen Organisationen, Stilen oder Dojo unter deren spezifischen Leistungskriterien vergeben wurden würde man der stets eigenen Sache, also der eigenen Bedeutung der jeweiligen Graduierungen gar nicht gerecht werden:

Jeder Verband, jedes System und jeder Prüfer vergibt nach eigenen Regeln, die NUR innerhalb des jeweiligen Bezugssystems Sinn machen. Die Leistungen, das Können, Wissen, Verstehen, auch die Budo- (und Lebens-)Erfahrung der jeweiligen Grade (selbst des gleichen Ranges wie beispielsweise 1.DAN) sind immer völlig verschieden; die Erwartungen und Anforderungen daran auch.

Es gibt also keine "objektive" Vergleichbarkeit und somit keine "Gleichung". Graduierungen machen nur Sinn innerhalb eines bestimmten Stils, vor allem aber als Gratifikation eines konkreten Lehrers innerhalb seines Ryu und Dojo (siehe auch hier). Insbesondere sind hier die Unterschiede und sogar völligen Gegensätze zwischen modernem Sportkarate und klassischem Karatedo als traditionelle Kampfkunst zu berücksichtigen, die nicht nur schon die Technik betreffen, sondern vor allem die unvereinbare "geistige" Haltung betreffen (siehe auch hier).

Die Übernahme der Grade aus anderen Schulen ist daher schwierig, wird aber in gewissem Masse dennoch versucht. Jeder Einsteiger bei uns darf selbstverständlich seinen anderswo erworbenen Grad (Gürtel) behalten, muß aber bei der nächsten Prüfung bei uns entweder seinen aktuellen (alten) Grad oder aber (wenn, was selten, aber möglich ist, die Leistungen "stimmen") zur folgenden Höhergraduierung das Ganze natürlich nach unseren eigenen Anforderungen und Beurteilungskriterien erfüllen (siehe auch hier ).

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