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Anspruch auf Alleinherrschaft: Der DKV und sein Kampf gegen die Konkurrenz

Bernd Hinschberger, Präsident des DJKB, Fachverband für traditionelles Karate, zeigt sich ebenso entrüstet über die ausufernde Arroganz des Deutschen Sportkarateverbandes im Deutschen Olympischen Sportbund, den DKV, wie alle anderen, die immer wieder und immer stärker dem DKV und seinen regionalen Rädelsführern als Zielscheibe öffentlicher Missachtung dienen.

Im DJKB-Heft 02/07 kommentiert Hinschberger das aktuelle DKV-Gebaren, den absoluten Alleinanspruch auf Karate in und für Deutschland zu behaupten und dabei den Meistern anderer Verbände jedwede Berechtigung abzusprechen, trefflich:

Uns auch ! Wir sind, obwohl als Nicht-Karate-Sportler nur am Rande betroffen, äußerst befremdet vom Ausmaß der Aggressivität des DKV (als öffentlichem Organ und angeblichen Repräsentanten einer Sportsgemeinschaft) gegen alle anderen Karateka, Karatevereine, -verbände und -stile und auch deren Erfolge.

Aber andererseits disqualifiziert dieser sport- und machtpolitische Populismus die DKV-Akteure selber, und zwar ebenso fachlich wie auch menschlich, charakterlich.

Auf diese Weise die Gunst der Massen erhalten oder gewinnen zu wollen, sie systematisch manipulieren und für eigene Zwecke zu instrumentalisieren zu wollen, scheint insgesamt nur ein hilfloser Versuch, sich gegen die "kleinen und kleinsten Konkurrenzverbände" und deren "oberschlaue Gurus" (O-Ton DKV) zu wehren.

Sie (die anderen, die "kleinen") sind wohl doch ein echter, offenbar sehr schmerzhafter "Dorn im Fleische" der so vehement die Alleinherrschaft beanspruchenden Karate-Sportbündler. Von Größe, qualitativ oder quantitativ, spricht diese Strategie des Umgangs mit der angeblich so unbedeutenden Konkurrenz jedenfalls nicht. Unfairness ist doch, wie die Olympiaten wissen sollten, das Gegenteil von redlicher "Sportlichkeit". Und widerspricht jedem Karate-Geist.

Solche Leute wollen nun als Verantwortungsträger vorbildlich für Ihren Verband und für das dortige Karateverständnis werben ? Eine Blamage eher...

Ehrenhaft hingegen, dass ausgerechnet Hinschberger - als Vertreter der andauernd beschossenen Konkurrenz und hier eigentlich Zielscheibe, ja Opfer der Anfeindungen - sich für die feindseligen Äußerungen der Gegenseite (DKV) entschuldigt hat ! Ihm, ja selber auch Verbandsfunktionär und vor allem Karateka, war und ist ein derartiges Gebaren innerhalb der Karate-Szene peinlich; ihm, nicht etwa dem Gegner und Urheber des Ganzen !

An dieser Entschuldigung für die Peinlichkeit des sportpolitischen Gegners wird aber einmal mehr deutlich, wer wie Karate versteht. So ist dies eine Werbung für den DJKB und das dortige Karate und Karatedo - und ein echtes Eigentor für den Aggressor.

Wir bauen jedenfalls darauf, dass die Mehrheit der DKV-Mitglieder toleranter und langfristig auch gegen die streitsüchtige offizielle Gangart ihrer Hardliner-Funktionäre ist, mehr Sportsgeist besitzt und auch mehr vom Wesen des Karate und seinen Tugenden versteht, als deren Repräsentanten.

Die aussenstehenden Laien werden durch die Art, wie hier in Deutschland um das "einzig wahre" Karate gestritten und mit welchen Bandagen hier von der "offiziellen Seite" her gekämpft wird, ohnehin nur abgeschreckt.

Die gehen, hoffentlich, lieber zu Mitbewerbern - oder zu uns…

…….. Sensei Shoto-Kempo-Kai

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