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Gemeinsamer Weg der Kampfkünste ?

Aus dem originären Weg des Kriegers ist offenbar ein Krieg der Wege geworden:

Kampfsysteme, Stile, Verbände, Dojos und Vereine, Meister, Lehrer, Trainer und deren Ausübende bekämpfen sich heute gegenseitig. Sie diskreditieren die anderen Wege und Auffassungen, Lehrmeinungen und Praxis, statt den ursprünglich gemeinsamen Weg der Kampfkunst zu praktizieren. Sie haben vergessen - oder wissen gar nicht, worum es in der Kampfkunst eigentlich geht...

Masse und Mittelmaß in den Sport- und Wirtschafts-orientierten Riesenverbänden und in den allein auf oberflächlichen Modetrends reitenden Minitrainingsgrüppchen haben mit ihren Funktionären und nur Halbwissen verbreitenden Vorstehern mittlerweile die inhaltlich-fachliche Klasse und spezifische Besonderheit traditioneller Schulen und ihrer individuellen Lehrerpersönlichkeiten abgelöst.

Die Farbe der Gürtel und Uniformen, der Weg zum Erfolg (als das Mittel zum Zweck) zählen im modernen Sportbusiness, in der profit-orientierten Martial-Arts-Branche und auf dem Markt der Eitelkeiten heute mehr als die Erfahrung und Erkenntnis auf dem Weg im Budo.

Können, rein äusserlich messbar technisches, ist wichtiger als Wissen und Verstehen, als Suchen, Forschen und Ahnen, als persönliches Wachstum, individuelle Entwicklung und eigener Fortschritt.

Leuchtende Pokale zählen, nicht Erleuchtung. Yen statt Zen.

Dabei pervertiert Gemeinschaft - Solidarität der Gleichgesinnten- zur Gemeinheit. Großmut - als edle Budo-Tugend - zum elenden Größenwahn. Alles ehemals Wichtige wird von modernen Wichtigtuern verkannt, verharmlost, "verraten und verkauft". Bedeutsame Systeme werden systematisch zerstört; es wird geleugnet, gelogen und gemobbt...

Kleingeister werden größenwahnsinnig, Dilettanten zu "Direktoren", woanders Gescheiterte entzünden Scheiterhaufen für Andersdenkende.

Wo der Fischer das Meer vergiftet und als sich Mörder zum Richter aufspielt, um Konkurrenz zu bekämpfen, hat Budo keine Chance...

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