<<

Gemeinschaft Gleichgesinnter ?

Was meinen Sie mit "Gemeinschaft Gleichgesinnter" von sich ?

Eine Gemeinschaft ist mehr als nur eine Gruppe (wie etwa zufällig oder auf Zeit), denn das, was die Mitglieder gemeinsam eng miteinander verbindet und den Zusammenhalt der Einzelnen auch emotional fördert und festigt, ist die hochgradige Identifikation mit der gemeinsamen Sache (Idee, Theorie und Praxis), ein hohes Engagement für die gemeinsame Aufgabe und persönliche Bindung der Mitglieder untereinander. Neben dem starken Zusammengehörigkeitsgefühl, das sie prägt (Gleichheit, Verwandtschaft, Freundschaft), begreift die Gemeinschaft sich auch als eine Vereinigung oder Einheit mit programmatischem Charakter, nämlich den gemeinsamen Sinn und Willen zu verwirklichen und gemeinsam - in der Tat - umzusetzen.

Die Mitglieder dieser Gemeinschaft sind Gleichgesinnte, "Brüder und Schwestern im Geiste", verschiedene kooperierende Persönlichkeiten mit ähnlichen Vorstellungen und Zielen, Erfahrungen und Erkenntnissen, mit der gleichen Idee und aktuellen Wirklichkeit, ohne ihre Individualität opfern zu müssen. Gerade die Verschiedenheit der Menschen, die sich gegenseitig in ihrem Anliegen befruchten und die Positives (Erfolge) wie auch Negatives (Leid) teilen, geben dem Ganzen trotz einheitlicher Orientierung und gleichem Selbstverständnis eine bunte Farbe und Fülle (wie bei einer wahren Schatztruhe, in der Unterschiedliches wie Gold, Juwelen und Münzen sich zu einem unschätzbaren Gesamtwert ergänzen, also jede Ergänzung immer auch eine Bereicherung für alle ist).

Diese unsere Gemeinschaft - Dojo - sinnt nach Gleichen und praktiziert Gleiches - Kempo - und steht nach innen wie nach aussen als solidarisches Bündnis für traditionelle Kampfkunst - Budo - und gegen banale Versportung des Karatedo. Dieser positive Geist, das freundliche und partnerschaftliche Miteinander sind kennzeichnend für Shoto-Kempo-Kai - übersetzt ja etwa auch die "Gemeinschaft von der originären Wissenschaft des Faust-Weges".

Die Energie, die unsere Kampfkunst-Gemeinschaft entwickelt (und auch ausstrahlt) und von der jede und jeder einzelne Aktive profitiert, ist das eigentliche Fundament eines jeden echten Dojo - und der zentrale Unterschied zum Sportclub und erst Recht zu dessen Sport- und Freizeit-Karate.

Die Dojo-Philosophie ist immer auf Dauer, die Bindung der Mitglieder immer auf Langfristigkeit angelegt. Ihre Motivation und ihr Engagement ist auch gefordert, denn ein "eigenes Dojo", das auch eigene Räumlichkeiten, Anlagen und Gerätschaften besitzt, muß eigenverantwortlich von den Mitgliedern (z.T. auch ihren Familienangehörigen) gepflegt, gereinigt, in Stand gehalten oder renoviert werden. Nur durch die aktive Mitwirkung aller ist so etwas möglich. Aber das macht auch den Reiz und das besondere Zusammengehörigkeitsgefühl aus. Dennoch ist das nicht etwas für jeden - und nicht jeder für etwas uns. Nicht die Anzahl der Mitglieder ist entscheidend für den erfolgreichen Betrieb eines Dojo, sondern die Intensität und Kontinuität ihrer Beteiligung am Ganzen.

Die Aktivitäten innerhalb der Gemeinschaft gehen zuweilen auch über den reinen zweckorintierten Übungsbetrieb der Kampfkünste hinaus. In gemeinsamen Ausflügen und Urlaubsreisen, auch ins Ausland, Kanutouren und gemeinsamer Besuch öffentlicher oder privater Veranstaltungen geben der Budo- Trainings- und Arbeitsgemeinschaft einen sehr persönlichen, fast schon einen "intimen" Charakter. Manchmal entstehen - über den Zeitraum gemeinsamer Auslandsreisen und Gemeinschaftsunterbringung beispielsweise - geradezu "Wohn"- und "Lebensgemeinschaften". Natürlich nur vorübergehend - aber immerhin. Jede/r kann sich auf jede/n verlassen.

Das ist gelebtes Budo. Das ist ein wahres Dojo. Das ist das Ideal - so soll es sein.

Oss !

<<